Meine 10 persönlichen Tipps und Highlights für eine Woche in Venedig

„Bist du sicher, dass uns eine Woche Venedig nicht langweilig werden wird?“ fragte der Mister noch vor der Abreise. Was für eine Frage! Es ist Venedig! Es gibt immer etwas zu sehen! Und so haben wir uns Anfang August relativ spontan nur zu zweit in meine Lieblingsstadt Venedig aufgemacht.

Vorab kann ich nur wärmstens empfehlen, sich den VeneziaUnica City Pass zu besorgen! Zum einen wegen der Vaporetti. Bei einem regulären Ticket zahlt man nämlich nicht pro Fahrt sondern für ein Zeitfenster von 75 Minuten. Zudem gibt es bei den den kleineren Stationen oft auch keine Ticketautomaten. Zum Anderen kann man damit sehr viele Sehenswürdigkeiten schon vorab bequem buchen und kommt so an den langen Schlangen beim Eintritt vorbei.

Die Bilder sind wie immer eine bunte Mischung von mir und dem Mister!

1. Die Anreise

Außer bei meinem ersten Besuch, bei dem ich mit dem Bus angereist bin (absolut nicht zu empfehlen), bin immer mit dem Liegewagen nach Venedig gefahren, für die nächste Zugreise über Nacht würde ich aber auf jeden Fall ein Schlafwagenabteil buchen. Ja, es ist teuerer. Aber es ist einfach so viel bequemer und komfortabler als das Liegewagenabteil! Die Betten sind breiter, länger und vor allem ein wenig weicher. Es gibt im Abteil eine Waschgelegenheit und das Frühstück ist auch besser. Und im Wagen gibt es sogar eine Duschmöglichkeit! Hätte ich mich vorab besser informiert, hätte ich mir auf jeden Fall was zum Duschen mitgenommen. Bei unserer Rückreise waren wir doch ziemlich verschwitzt und eine Dusche hätte echt gut getan!

2. Der Bezirk Canareggio

Das Hotel unserer Wahl sollte beim diesmaligen Besuch nahe dem Bahnhof sein, da wir unseren Koffern nicht durch die ganze Stadt brückauf und brückab schleppen wollten. Gewählt haben wir das Arcadia Boutique Hotel im Bezirksteil Canareggio, keine 10 Minuten vom Bahnhof entfernt. Und es hat sich als absoluter Glücksgriff erwiesen! Der Preis ist absolut akzeptabel für die Lage und den Komfort des Hotels. Ein paar Gedanken habe ich mir anfangs jedoch wegen der Optik des Hotels gemacht, der alte Palazzo wirkt von außen schon ziemlich mitgenommen. Innen ist er aber wirklich tiptop hergerichtet. Unser Zimmer waren optisch sehr schön, das Bett sau bequem (so gute Matratzen hatte ich schon sehr lange nicht mehr in einem Hotel). Außerdem ist eine kleine im Preis inkludierte Kaffee/Tee-Station am Zimmer. Herz, was willst du mehr?!

Nachdem wir bei diesem Venedig-Besuch ausreichend Zeit hatten, alle Bezirke ausgibigst zu entdecken, kann ich sagen: Canareggio mag ich am liebsten! Es ist hier viel ruhiger als anderswo. Am rio della Misericordia reiht sich, wie am Gürtel in Wien, ein einladendes Lokal neben das andere. Von den Tischen am Wasser hat man einen guten Blick auf den Kanal und die mit Partybooten Elektrobooten auf und abfahrenden Jugendlichen und Showoffs sowie den Sonnenuntergang.

Wo wir in Canareggio gerne gegessen haben:

3. Das Ghetto Ebraico

Ebenfalls im Bezirk Canareggio befindet sich das alte Ghetto Venedigs. Gelangt man vom Gewusel auf die kleine Ghetto-Insel, ist es, als würde die Zeit still stehen. Männer in weißem Hemd und schwarzen Hosen, Kippa oder Hut und Schläfenlocken, die im Schatten stehen und sitzen. Buben, ebenso aussehend, die am großen Platz Fußball spielen. Frauen mit klassischen Kleidern und teilweise Perrücken, die aus dem Fenster schauen. Alles wirkt so ruhig und besinnt, wie aus einer anderen Zeit. Es empfiehlt sich auf jeden Fall eine Führung zu machen, bei der man einiges über die Geschichte und das Leben der Juden in Venedig erfährt. Außerdem kann man in diesem Rahmen eine der Synagogen besuchen.

Das Museum kann man auch über den VeneziaUnica Pass buchen!

4. Die Scala Contarini del Bovolo

Wer meine vorangegangenen Venedig-Reiseberichte gelesen hat, weiß, dass dieses hübsche und außergewöhnliche Gebäude schon sehr lange auf meiner bucket list stand! Diese Mal ist es uns endlich geglückt das Schneckenhaus zu besuchen! Und wir wurden nicht enttäuscht! Es ist einfach wahnsinnig schön! Wobei man schon dazu sagen muss, dass hier eher die Devise „Außen hui, innen pfui“ gilt. Vielleicht nicht so extrem, aber innen ist der kleine Palazzo meiner Meinung nach lang nicht so spannend wie außen.

Das Museum kann man auch über den VeneziaUnica Pass buchen!

5. Die Libreria Aqua Alta

Über diesen Laden stolpert man zwangsläufig, wenn man auf Instagram „in Venedig unterwegs“ ist. Die kleine Buchhandlung Libreria Aqua Alta, die sich selbst als “The most beautiful bookshop in the world” beschreibt, ist relativ versteckt und wir sind nur durch Zufall auf dem Weg zur Scala Contarini del Bovolo dran vorbei gekommen. Hier finden sich neben einer Unmenge an gebrauchten Büchern auch ganz viele Bücher (in unterschiedlichen Sprachen) rund um Venedig – und eine Handvoll Katzen, die zum Inventar gehören und sich sehr gerne streicheln lassen 😉 Die Buchhandlung besitzt neben einer Gondel mitten im Laden auch einen kleinen Hof, von dem man über eine „Büchertreppe“ aus auf den Kanal sehen kann.

6. Die Peggy Guggenheim Collection

Ungefähr genauso lang wie die Scala Contarini del Bovolo stand die Peggy Guggenheim Collection auf meiner Wunschliste. Es stellt eine kleine aber trotzem bedeutensten Sammlungen moderner europäischer und amerikanischer Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar. Hier finden sich unter anderem Kunstwerke von Pablo Picasso, Max Ernst, Wassily Kandinsky, Piet Mondrian oder Jackson Pollock. Das Museum verfügt auch über eine Terrasse, die direkt auf den Canale Grande hinaus geht!

Das Museum kann man auch über den VeneziaUnica Pass buchen!

Und wenn man schon beim Peggy Guggenheim Museum ist, kann man auch gleich einen Abstecher zu einer der beiden Werften machen, die noch die typischen venezianischen Gondeln bauen und instandsetzen (im Plan unten unter Squero zu finden). Nicht allzu weit weg hat sich der mysteriöse Künstler Banksy verewigt. Leider ist das Bild an dem verfallenen Haus schon sehr mitgenommen. Aber hey, ein Banksy in freier Wildbahn, den ich selbst gesehen habe! 😉

7. Eine Sonderbesichtigung im Palazzo Ducale

Wir waren zwar schon mehrfach im Dogenpalast, jedoch haben wir uns jedes Mal etwas Anderes gesehen. Dieses Mal haben wir uns für die Sonderbesichtigung „Geheimwege“ entschieden. In etwas über einer Stunde wird man auf vielen Nebenwegen von fast unter dem Dach bis hinunter ins Erdgeschoss geführt und erfährt sehr viel Spannendes über die Arbeit des venezianischen Geheimdienstes und die spektakuläre Flucht des berühmt berüchtigten Frauenheld Giacomo Casanova, der ein gutes Jahr hier inhaftiert war. Im Anschluss an die Sonderbesichtigung, kann man noch den normalen Durchgang durch den Dogenpalast machen. Wer den Palast also ohnehin besichtigen will, ist mit einer der Sonderführungen gut beraten!

Das Museum kann man auch über den VeneziaUnica Pass buchen!

8. La Biennale di Venezia

Die Biennale war auf jeden Fall ein Muss für uns, besonders weil wir dieses Mal ohne Kinder unterwegs waren (also keiner, der „Hunger, Durst, heiß, kalt!“ meckert). 2021 hat die Architektur Biennale stattgefunden, die sich mit der Kunst Biennale jährlich abwechselt. Ich empfehle auf jeden Fall zwei separate Tage dafür einzuplanen, weil es so viel zu sehen gibt und man sonst schnell übersättigt ist. Die beiden Areale (Arsenal sowie Giardini) sind nämlich riesig und es gibt wirklich sehr beeindruckende Dinge zu sehen.

9. Der Bezirk Giudecca

Eine Woche Venedig hat für uns bedeutet: jeden Tag einen anderen Bezirk durchstreifen. Dem abgelegenen Bezirksteil Giudecca widmet kaum jemand seine Aufmerksamkeit. Und so kann man hier dem Trubel rund um San Marco entfliehen und die Venezianer im Alltag beobachten. Am besten steigt man bei der Station Sacca Fisola aus und spaziert einfach bis ans andere Ende der Insel und steigt bei der Station Zitelle wieder ein, um weiter zu fahren. Beim Warten auf das Vaporetto sollte man aber unbedingt noch einen Blick auf das Casa dei Tre Oci werfen und sich vielleicht die eine oder andere Fotografie-Ausstellung darin ansehen.

10. Die Inseln Murano & Burano

Die beiden Inseln Murano und Burano haben wir nur schnell abgehandelt, sofern das geht. Schließlich ist man mit den Vaporetti nach Burano doch etwas länger unterwegs (etwa 1 Stunde). Auf dem Weg nach Murano empfielt es sich, auf der Friedhofsinsel San Michele auszusteigen und die Ruhe dort zu genießen bevor man weiter zum Trubel von Murano aufbricht. Ich muss gestehen, nachdem ich schon mal auf Murano war und kein großer Fan von Glasnippes bin, haben wir uns hier nicht lange aufgehalten. Ein Eis bei Murano Gelateria Artigianale, ein Päuschen am Campo San Bernardo und schon waren wir wieder am Weg zurück nach Venedig.

Burano hat mir dagegen weit besser gefallen, schon allein wegen den vielen bunten Häusern. Wir sind schon eine Station vor Burano ausgestiegen, auf der Isola Mazzorbo, die mit Burano verbunden ist, und sind einfach durch die kleinen Gässchen und eine Brücke hinüber spaziert. Die bunten Häuschen sind wirklich sehr hübsch anzusehen und eignen sich perfekt als Fotoobjekt (besonders das Casa di Bepi Suà, das ich in der untenstehenden Karte markiert habe). Ebenfalls einen Blick wert ist die Kirche Parrocchiale di San Martino Vescovo, die man schon von weitem an ihrem schiefen Glockenturm erkennen kann, der dem schiefen Turm von Pisa fast schon Konkurenz macht!

Absolutes Must-Have von Burano? Für mich nicht das klassische Spitzendeckerl, sondern die Süßigkeitenspezialität Bussolá die Burano! Absolut empfehlen kann ich die Bäckerei Panificio Pasticceria Palmisano Carmelina. Außerdem habe ich sehr viele Geschäfte mit wunderschöner Leinenkleidung gesehen, bei denen ich beinahe schwach geworden bin!

Bonus! – Haben Sie Venedig schon bei Nacht gesehen?

Venedig bei Nacht ist schon sehr bezaubernd. Auch wenn des Nächtens immer noch sehr viele Leute unterwegs sind, muss man Venedig bei Nacht bzw. während der blauen Stunde auf jeden Fall mal erlebt haben! Ein Plastikbecher Aperol Spritz zum Mitnehmen und sich dann ans Meer setzen oder das Treiben der Leute genießen. Oder einfach nur durch die Gassen schlendern. Deswegen kann ich nur euch nur ans Herz legen, nehmt euch ein Hotel direkt in der Stadt und nicht im hässlichen Mestre!

Alle meine persönlichen Tipps in und um Venedig habe ich euch, wie auch schon in den vergangenen Reisebeiträgen, in der untenstehenden Karte zusammengefasst. Weitere Venedig-Beiträge mit anderen Tipps findest du *hier*.

{Unterwegs} in der Toskana: Pisa

Die Fotos sind wie immer eine bunte Mischung aus meiner Kamera und der des Misters!

Pisa. Die Stadt mit dem weltbekannten Wahrzeichen, dem Schiefen Turm, hat mit Sicherheit noch viele andere hübsche Plätzchen zu bieten. Da wir die Kinder mit Kultur nicht überstrapazieren wollten, haben wir uns jedoch auf die Piazza dei Miracoli beschränkt und den Nachmittag am Meer (Spiaggia La Gorette) ausklingen lassen, was sich die Kinder gewünscht haben und wir gerne erfüllt haben.

Wie schon in den voran gegangenen Toskana Beiträgen erwähnt, haben wir einen guten Zeitpunkt in der Corona Pandemie erwischt. Die Lage war gerade etwas beruhigt, die Leute überall vorsichtig, die Grenzen nach Italien gerade erst wieder geöffnet und so waren verhältnismäßig wenig Touristen unterwegs. Bei meinem ersten Pisa Besuch im Jahr 2000 habe ich den Piazza dei Miracoli nämlich ganz anders vorgefunden!

Es befinden sich unweit des Piazza dei Miracoli mehrere kostenpflichtige Parkplätze, wir haben in der Via Cammeo Carlo Salomone geparkt, der sich fast direkt daneben befindet.

Torre Pendente

Wie auch schon in Florenz haben wir in Pisa die Eintrittskarten vorab mit einem Zeitfenster (für die Turmbesteigung) gebucht. Entschieden haben wir uns für den Besuch des Campo Santo sowie natürlich den Aufstieg auf den Schiefen Turm, da das schon seit jeher auf meiner Agenda stand! Letzteres war natürlich auch das Highlight für uns alle! Der Eintritt in den Dom war im Preis inkludiert und das Baptisterium habe ich schon bei meinem ersten Besuch besichtigt.

Taschen und Rucksäcke dürfen auf den Turm nicht mitgenommen werden! Diese kann man in einem Schließfach beim Ticketschalter lassen. Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen wirklich pünktlich zum Zeitfenster zu erscheinen, die Kontrolleure machen wirklich keine Ausnahme! Deswegen Hab und Gut zeitgerecht unterbringen.

Vor dem Aufstieg wurde unsere Körpertemperatur gemessen und jeder erhielt einen keines piepsendes Gerät um Abstand zu halten (an das sich kaum jemand hielt). Außerdem gab es eine Maskenpflicht!

Die schneeweiße „Säulensäule“ wäre wohl auch ohne die Schräglage sehenswert, weil sie sich doch deutlich von anderen Glockentürmen unterscheidet. Bis der Turm 1990 gesperrt wurde, erklommen die 293 Stufen der im Inneren liegenden Wendeltreppe sage und schreibe 1 Millionen Besucher! 13 Jahre dauerten die Sanierungsmaßnahmen, bei denen der Turm um 44 cm aufgerichtet wurde. Der Aufstieg mit Schräglage ist auf jeden Fall ein witziges Gefühl.

Für eine viertel Stunde kann man die Aussicht auf die Umgebung genießen, dann heißt es wieder Abstieg! Es gibt auf jeden Fall spannendere Aussichten, aber das Highlight war für mich ohnehin der Turm beziehungsweise die Besteigung dessen an sich. Damit habe ich mir aber auf jeden Fall ein Punkt von meiner Bucketlist streichen können – sofern ich eine Bucketlist hätte 😀

Camposanto Monumentale

Im Anschluss haben wir uns den von außen eher unspannenden Camposanto angesehen. Noch bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde hier Pisas Oberschicht in Sarkophagen und unter reich dekorierten Grabplatten begraben. Bei einem Rundgang kann man zudem die riesigen Fresken bestaunen. Leider sind ein Großteil durch eine verirrte amerikanische Granate im zweiten Weltkrieg zerstört worden. Renovierungsarbeiten scheinen in Gang zu sein, teilweise kann man die abgenommenen Fresken auch im gegenüberliegenden Museo delle Sinopie besichtigen.

Duomo

Der Eintritt in den Dom, war wie eingangs schon erwähnt, im Preis enthalten. Zu beachten gilt auf jeden Fall die Kleiderordnung! Kurze Hosen, wie ich auf dem obigen Bild trage, waren kein Problem. Ich habe jedoch für den Dom extra ein großes Tuch zum Bedecken der Schultern mitgenommen. Damit durfte ich eintreten – eine Dame mit langem Spaghettiträger-Kleid musste beispielsweise umkehren. Ich führe das auch ein wenig auf die Art und Weise zurück. Ich komme zwar sommerlich gekleidet, zeige aber durch das Tuch guten Willen… Natürlich kann ich mich aber auch täuschen.

Das Innere des Domes fand ich architektonisch sehr spannend. Einerseits trotz viel Marmor irgendwie sehr schlicht, andererseits die imposanten Kassettendecken. Bei unserem Besuch hat gerade der Organist gespielt und die Stimmung in der Kirche war einfach toll.

Da Pisa nur einen Katzensprung vom Meer entfernt ist, haben wir den Nachmittag am Strand des Naturreservates Tomboli di Cecina verbracht. Der Weg zum Strand führt durch einen hübschen Pinienwald. Der Strand ist wild, es gibt keine sanitären Einrichtungen und im Hochbetrieb ist auch hier bestimmt einiges los. Denn es waren doch etliche Familien hier, die sich richtige Sonnenschirmburgen errichtet haben. Für unseren Tagesbesuch hat es aber absolut gepasst. Wir hatten einen feinen Nachmittag am Strand und die Kinder ihren Spaß im Meer!

{Unterwegs} in der Toskana: Siena & Monteriggioni

Die Fotos sind wie immer eine bunte Mischung aus meiner Kamera und der des Misters!

Siena. Meine erste Bekanntschaft mit Siena habe ich im Gymnasium im Italienisch-Unterricht gemacht, wo ich Bilder vom Palio di Siena gesehen habe. Eines der härtesten Pferderennen der Welt, das alljährlich am Piazza del Campo stattfindet. Abseits davon zählt Siena zu einer der schönsten Städten der Toskana und generell Italiens.

Wir parken sehr zentral direkt unterhalb der Fortezza Medica und gehen an der Viale dei Mille am Stadion vorbei, in Richtung Innenstadt. Die historische Altstadt, die ihren mittelalterlichen Charakter behalten hat, zählt seit 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe. Und wären (trotz Corona-Pandemie) nicht so viele Leute unterwegs gewesen, hätte man wirklich das Gefühl im Mittelalter unterwegs zu sein. Aber ich möchte, wie bei vielen anderen Orten, die wir in diesem Sommer besucht haben, nicht wissen, welche Menschenmassen sich durch die engen Gässchen gedrängt haben…

Wir streifen ein wenig durch die Altstadt, die anders als das prunkvolle Florenz, einen eheren düsteren Touch hat, wie ich finde, und stoßen zufällig auf den Piazza del Campo. Der Platz ist riesig groß und man kann sich gut vorstellen, wo das Palio stattfindet. Was ich mir inzwischen gar nicht mehr vorstellen kann sind die Menschenmassen, die dicht an dicht gedrängt in der Mitte des Platzes stehen.

Wir gehen einmal um den Platz herum und beschließen den Torre del Mangia zu besteigen. Guess what „Due to the Corona Pandemic…“ war der Uhrturm leider gesperrt.

Unser Hunger führt uns zu einem kleinen Restaurant mit netten shabby chick-Tischen unter großen Schirmen, die Schatten spenden. Wie so oft in diesem Urlaub hab ich auch dieses Mal sehr leckere Bruschette gegessen. Und auch die Pizzen waren sehr gut! Gut gestärkt ging es dann weiter durch die Altstadt, vorbei an der wunderschönen Kathedrale. Abschließend haben wir uns noch die beeindruckend auf einer Anhöhe stehende Basilika Cateriniana San Domenico angesehen und im Schatten der großen Bäume ein Eis gegessen.

Monteriggioni

Dass wir uns Monteriggioni, das direkt an der Autobahn Florenz-Siena liegt, angesehen haben, war reiner Zufall. Auf meiner to-do-Liste stand der Ort nämlich nicht oben. Aber dem Mister kam der Name am Navi so bekannt vor. Es stellte sich dann tatsächlich heraus, dass der pittoreske Ort tatsächlich im Spiel „Assasin’s Creed II“ eine Rolle spielt. Aber auch ohne diesem Hintergrundwissen ist Monteriggioni absolut sehenswert – besonders, wenn touristisch gesehen verhältnismäßig gerade so wenig los ist.

Monteriggioni sieht man schon von der Autobahn am Hügel tronen – zumindest die Stadtmauern. Direkt unter dem Ort gibt es einen (im Normalfall kostenpflichtigen) Parkplatz, die letzten Meter geht man zu Fuß hinauf.

Wir betreten Monteriggioni durch die Porta Franca, gleich rechts haben wir die Möglichkeit die Stadtmauer zu besteigen (Familienpreis €12,50). Von oben hat man einen tollen Blick auf den Ort und das Umland. Es sind jedoch nur zwei kurze Stücke der etwa 570 m langen Mauer begehbar.

Direkt neben der kleinen Kirche Santa Maria befindet sich die Touristeninformation, die auch das kleine Museum „Monteriggioni in Arme“ beherbergt. Hier sind etliche Nachbildungen von Waffen und Rüstungen ausgestellt, aber auch Modelle, die die im Laufe der Jahrhunderte verwendeten Belagerungstechniken veranschaulichen, sowie einen Raum, der der Geschichte von Monteriggioni gewidmet ist.

Es gibt einige Restaurants sowie ein paar sehr nette Shops. Alles in Allem hat man das hübsche Örtchen Monteriggioni aber recht schnell gesehen. Bei unserem Besuch waren doch einige Leute unterwegs, aber man konnte doch noch sehr entspannt im Örtchen herumschlendern.

← Nebenstehend habe ich euch meine Highlights und wichtigen Punkte mit einem Katzen-Icon auf der Karte markiert!

{Unterwegs} in der Toskana: Florenz

Die Fotos sind wie immer eine bunte Mischung aus meiner Kamera und der des Misters!

Florenz. Wenn man den Namen dieser Stadt hört oder liest gelangen einem unweigerlich folgende Bilder in den Kopf: Dom, Uffizien, David, Michelangelo, … Ich glaube, in kaum einer Stadt finden sich so viele Kunst- und Kulturschätze der Renaissance so dicht an dicht gedrängt. Florenz ist keine Stadt, die man an einem Tag abhaken kann. Wir haben uns deshalb in zwei Halbtagen auch nur die für uns allerwichtigsten Dinge angesehen.

Parkmöglichkeiten in und um Florenz gibt es mehr als genug. Am zentralsten ist wohl das Parkhaus Stazione Santa Maria Novella, sowie die etwas teurere Florence Station Garage, die sich beide direkt beim Bahnhof Santa Maria Novella befinden. Von hier lassen sich die Hauptattraktionen am schnellsten erreichen.

An unserem ersten Halbtag in Florenz haben wir uns einfach durch die Gassen und Straßen Richtung Ponte Vecchio treiben lassen. Folgt man den Straßenschildern, kommt man ohnehin an diversen Sehenswürdigkeiten vorbei. Ein Highlight ist auf jeden Fall die wunderschöne Basilica di Santa Maria Novella. Ein Muss, wenn man nach Florenz zurückkomen möchte, die Fontana del Porcellino. Wer einem Aberglauben nach dem Schwein Porcellino die Nase reibt, wird wiederkommen. Einem anderen Aberglauben nach, soll das Streicheln der Nase Glück bringen. Letzteres kann ich ich weder bestätigen, noch widerlegen. Jedoch bin ich 20 Jahre nach meinem ersten Besuch (plus Nasestreicheln) in Florenz wieder zurück gekommen.

Unweit des Fontana del Porcellino befinden sich die Piazza della Signoria mit dem Rathaus Palazzo Vecchio und der berühmten David-Statue von Michelangelo. Wir sparen uns den Eintritt in den Palazzo genauso wie den Besuch der Uffizien, da beides für die Kinder alles Andere als spannend wäre. Unser nächstes Ziel ist die Ponte Vecchio über den Arno!

Wir hatten wirklich viel Glück mit unserem Toskana Besuch, denn Anfang Juli, wo man gerade wieder mit ganz wenig Einschränkungen reisen konnte, war überall erstaunlich wenig los. Bei meinem letzten Besuch haben sich die Menschenmassen über die Brücke geschoben, man konnte kaum einen Ausblick auf den Fluss erhaschen. Dieses Mal konnten wir sogar bequem ein paar Familienfotos schießen, ohne dass ständig jemand durch’s Bild läuft!

Nach dem Überqueren der Brücke, die nur aus Schmuckgeschäften zu bestehen scheint, gehen wir flussaufwärts bis zur nächsten Brücke, die wir wieder überqueren. Etwas flussabwärts befindet sich hier das Museo Galileo, das Museum für Wissenschaftsgeschichte. Ein sehr schönes und spannendes Museum, das jedoch nicht für jüngere Kinder geeignet ist. Selbst dem 8-jährigen war es noch zu langweilig.

Für den Dom haben wir uns einen extra Halbtag Zeit genommen. Für den Besuch sollten die Tickets unbedingt zeitgerecht im Vorfeld gekauft werden. Die Warteschlangen waren trotz fixem Zeitfenster lang. „Einfach so vorbeischauen“ und ein Ticket kaufen ist unmöglich. Wir haben uns nur für einen Aufstieg auf den Campanile sowie die Besichtigung der Kuppel entschieden. Mehr wollten wir den Kindern nicht zumuten. Im Nachhinein war diese Entscheidung auch sehr gut, denn die beiden Auf- und Abstiege über Hunderte Stufen sind nicht ohne. Meine Fitnessuhr hat mir an diesem Tag 60 Etagen nach oben und 41 Etagen nach unten angezeigt. Als Referenz: an einem normalen Tag sind 10 Etagen mein Ziel.

Der beschwerliche Aufstieg auf den Campanile zahlt sich auf jeden Fall aus! Von oben hat man eine atemberaubende Rundumsicht auf Florenz. Der Aufstieg in die Kuppel des Domes ist noch mal ein eigenes Kaliber, weil man aus dem Staunen gar nicht rauskommt. Ein Teil des Weges führt direkt unter der Kuppel vorbei und man befindet sich quasi mitten im imposanten Kuppelgemälde. Ich hätte hier eine Ewigkeit stehen und das Gemälde bestaunen können, selbst den Kindern ging es genauso, weil es so viel zu entdecken und vorallem besprechen gibt! Leider wird man hier aufgrund des engen Zeitplans ein wenig durchgeschoben. Es empfiehlt sich daher eher unter den ersten der Gruppe zu sein und etwas zügiger aufzusteigen – wenn man das schafft.

Unser abschließender Florenz-Stop war die Piazzale Michelangelo, von der aus man einen tollen Blick auf die großen Sehenswürdigkeiten hat. Ich kann mich erinnern, vor 20 Jahren war hier noch kaum etwas los. Man konnte mit dem Auto fast direkt bis an den Rand des Platzes fahren. Inzwischen muss man zum Parken ein Ticket lösen und auf der Piazzale befinden sich lauter Ramschläden, die unnütze Souveniers verkaufen. Der Ausblick ist jedoch nach wie vor so schön!

Am Vormittag kann man sich auch durch den Mercato Centrale, der sich unweit des Bahnhofs befindet, ziehen lassen. Er ist die größte Markthalle in Florenz und neben Lebensmittel, Küchenzutaten und Kleidung kann man hier auch zum Mittagessen oder für eine Jause herkommen. Denn im Obergeschoß finden sich auch etliche kleine Stände!

Mit mehr Zeit (und ohne Kinder) lässt es sich in Florenz wunderbar herumflanieren. Ich hätte mir dann wohl auch das eine oder andere Museum angesehen, hätte ein Päuschen am Arno-Ufer oder in einem der netten Cafes eingelegt… Aber auch so ist Florenz immer wieder einen Besuch wert. Allein schon wegen dem imposanten Dom – selbst wenn man ihn nur von außen betrachtet, gibt es schon viel zu entdecken!

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{Unterwegs} in der Toskana: Volterra

Die Fotos sind wie immer eine bunte Mischung aus meiner Kamera und der des Misters!

Volterra ist vielleicht vielen aus der Twilight-Reihe von Stephenie Meyer als Heimatstadt der Volturi bekannt. Abseits dieses zweifelhaften Ruhms kann Volterra jedoch auf eine lange Geschichte zurück blicken, die bis ins 4. Jahrhundert nach Christus zu den Etruskern zurück reicht. Außerdem hatten die Medici hier ihre Heimat. Der beeindruckende Wohnsitz, die Fortezza Medicea, trohnt nach wie vor am höchsten Punkt der Stadt – jedoch nur noch als Bleibe für Häftlinge. In der Festung ist nämlich Volterras Gefängnis untergebracht.

Stadtbummel

Rund um die Stadt gibt es mehrere Parkplätze. Wir haben uns für den Parcheggio „Stazione“ entschieden, der sich am Fuße der Fortezza Medicea und der Porta a Selci befindet. Wir haben unseren Stadtbummel sehr ziellos begonnen und uns treiben lassen. Die Via di Castello hat uns dann zu unserem ersten Zwischenstop geführt, dem Stadtpark Volterras. Am westlichen Ende des Parks befindet sich der Parco Archeologico „Enrico Fiumi“. Hier kann man sich die Ruinen eines Tempels und einer Akropolis sowie römischen Bädern ansehen. Das Highlight für uns war hier aber auf jeden Fall die Zisterne. Aufgrund der COVID-19 Vorkehrungen durfte nur jeweils eine Familie in die Zisterne hinunter, was ich sehr entspannt fand. So konnte man sich ausreichend Zeit zum Bestaunen und Fotografieren ohne Menschenmassen nehmen. Die Akkustik dort unten ist übrigens auch super und eignet sich hervorragend zum Anstimmen von Gregorianischen Chorälen 😉

Wenn man an den Museen interessiert ist, empfehle ich unbedingt die Volterra Card zu kaufen, mit der man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen kann!

Der Hunger hat uns wieder hinunter in die Stadt geführt. Eingekehrt sind wir im Ristorante Il Poggio, das sich unscheinbar in einer Seitengasse befindet. Gut gestärkt haben wir unseren Stadtbummel weiter in Richtung des Piazza dei Priori fortgesetzt. Hier haben wir uns den Palazzo dei Piori angesehen, in dem sich das Rathaus befindet.

Das nächste Ziel auf unserem Spaziergang ist das Römische Amphietheater. Es schien bei unserem Besuch aufgrund von Bauarbeiten nicht für Besucher geöffnet zu sein. So haben wir den Ausblick auf der Mauer oberhalb des Theaters genossen.

Auf dem Rückweg zum Auto haben wir noch einen schnellen Zwischenstop im Etruskischen Museum eingelegt. Das Museum wäre für mich bestimmt spannender gewesen, wenn ich nicht meinem Kind hinterher laufen hätte müssen. Für junge Kinder sind die vielen „Steine“ nämlich nur bedingt spannend.

Volterra ist zwar weit weniger bekannt als die Kunststätten Florenz und Siena, dadurch stapeln sich hier allerdings auch keine Touristenmassen und man kann relativ angenehm durch die kleinen Gässchen bummeln. Da Volterra berühmt durch den Abbau und die Verarbeitung von Alabaster ist, hätte ich mir gerne noch das Alabaster Museum angesehen. Außerdem hätte ich gerne an einem der netten Piazze den einen oder anderen Kaffee getrunken…


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