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Meine 10 persönlichen Tipps und Highlights für eine Woche in Venedig

22. September 2021

„Bist du sicher, dass uns eine Woche Venedig nicht langweilig werden wird?“ fragte der Mister noch vor der Abreise. Was für eine Frage! Es ist Venedig! Es gibt immer etwas zu sehen! Und so haben wir uns Anfang August relativ spontan nur zu zweit in meine Lieblingsstadt Venedig aufgemacht.

Vorab kann ich nur wärmstens empfehlen, sich den VeneziaUnica City Pass zu besorgen! Zum einen wegen der Vaporetti. Bei einem regulären Ticket zahlt man nämlich nicht pro Fahrt sondern für ein Zeitfenster von 75 Minuten. Zudem gibt es bei den den kleineren Stationen oft auch keine Ticketautomaten. Zum Anderen kann man damit sehr viele Sehenswürdigkeiten schon vorab bequem buchen und kommt so an den langen Schlangen beim Eintritt vorbei.

Die Bilder sind wie immer eine bunte Mischung von mir und dem Mister!

1. Die Anreise

Außer bei meinem ersten Besuch, bei dem ich mit dem Bus angereist bin (absolut nicht zu empfehlen), bin immer mit dem Liegewagen nach Venedig gefahren, für die nächste Zugreise über Nacht würde ich aber auf jeden Fall ein Schlafwagenabteil buchen. Ja, es ist teuerer. Aber es ist einfach so viel bequemer und komfortabler als das Liegewagenabteil! Die Betten sind breiter, länger und vor allem ein wenig weicher. Es gibt im Abteil eine Waschgelegenheit und das Frühstück ist auch besser. Und im Wagen gibt es sogar eine Duschmöglichkeit! Hätte ich mich vorab besser informiert, hätte ich mir auf jeden Fall was zum Duschen mitgenommen. Bei unserer Rückreise waren wir doch ziemlich verschwitzt und eine Dusche hätte echt gut getan!

2. Der Bezirk Canareggio

Das Hotel unserer Wahl sollte beim diesmaligen Besuch nahe dem Bahnhof sein, da wir unseren Koffern nicht durch die ganze Stadt brückauf und brückab schleppen wollten. Gewählt haben wir das Arcadia Boutique Hotel im Bezirksteil Canareggio, keine 10 Minuten vom Bahnhof entfernt. Und es hat sich als absoluter Glücksgriff erwiesen! Der Preis ist absolut akzeptabel für die Lage und den Komfort des Hotels. Ein paar Gedanken habe ich mir anfangs jedoch wegen der Optik des Hotels gemacht, der alte Palazzo wirkt von außen schon ziemlich mitgenommen. Innen ist er aber wirklich tiptop hergerichtet. Unser Zimmer waren optisch sehr schön, das Bett sau bequem (so gute Matratzen hatte ich schon sehr lange nicht mehr in einem Hotel). Außerdem ist eine kleine im Preis inkludierte Kaffee/Tee-Station am Zimmer. Herz, was willst du mehr?!

Nachdem wir bei diesem Venedig-Besuch ausreichend Zeit hatten, alle Bezirke ausgibigst zu entdecken, kann ich sagen: Canareggio mag ich am liebsten! Es ist hier viel ruhiger als anderswo. Am rio della Misericordia reiht sich, wie am Gürtel in Wien, ein einladendes Lokal neben das andere. Von den Tischen am Wasser hat man einen guten Blick auf den Kanal und die mit Partybooten Elektrobooten auf und abfahrenden Jugendlichen und Showoffs sowie den Sonnenuntergang.

Wo wir in Canareggio gerne gegessen haben:

3. Das Ghetto Ebraico

Ebenfalls im Bezirk Canareggio befindet sich das alte Ghetto Venedigs. Gelangt man vom Gewusel auf die kleine Ghetto-Insel, ist es, als würde die Zeit still stehen. Männer in weißem Hemd und schwarzen Hosen, Kippa oder Hut und Schläfenlocken, die im Schatten stehen und sitzen. Buben, ebenso aussehend, die am großen Platz Fußball spielen. Frauen mit klassischen Kleidern und teilweise Perrücken, die aus dem Fenster schauen. Alles wirkt so ruhig und besinnt, wie aus einer anderen Zeit. Es empfiehlt sich auf jeden Fall eine Führung zu machen, bei der man einiges über die Geschichte und das Leben der Juden in Venedig erfährt. Außerdem kann man in diesem Rahmen eine der Synagogen besuchen.

Das Museum kann man auch über den VeneziaUnica Pass buchen!

4. Die Scala Contarini del Bovolo

Wer meine vorangegangenen Venedig-Reiseberichte gelesen hat, weiß, dass dieses hübsche und außergewöhnliche Gebäude schon sehr lange auf meiner bucket list stand! Diese Mal ist es uns endlich geglückt das Schneckenhaus zu besuchen! Und wir wurden nicht enttäuscht! Es ist einfach wahnsinnig schön! Wobei man schon dazu sagen muss, dass hier eher die Devise „Außen hui, innen pfui“ gilt. Vielleicht nicht so extrem, aber innen ist der kleine Palazzo meiner Meinung nach lang nicht so spannend wie außen.

Das Museum kann man auch über den VeneziaUnica Pass buchen!

5. Die Libreria Aqua Alta

Über diesen Laden stolpert man zwangsläufig, wenn man auf Instagram „in Venedig unterwegs“ ist. Die kleine Buchhandlung Libreria Aqua Alta, die sich selbst als “The most beautiful bookshop in the world” beschreibt, ist relativ versteckt und wir sind nur durch Zufall auf dem Weg zur Scala Contarini del Bovolo dran vorbei gekommen. Hier finden sich neben einer Unmenge an gebrauchten Büchern auch ganz viele Bücher (in unterschiedlichen Sprachen) rund um Venedig – und eine Handvoll Katzen, die zum Inventar gehören und sich sehr gerne streicheln lassen 😉 Die Buchhandlung besitzt neben einer Gondel mitten im Laden auch einen kleinen Hof, von dem man über eine „Büchertreppe“ aus auf den Kanal sehen kann.

6. Die Peggy Guggenheim Collection

Ungefähr genauso lang wie die Scala Contarini del Bovolo stand die Peggy Guggenheim Collection auf meiner Wunschliste. Es stellt eine kleine aber trotzem bedeutensten Sammlungen moderner europäischer und amerikanischer Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar. Hier finden sich unter anderem Kunstwerke von Pablo Picasso, Max Ernst, Wassily Kandinsky, Piet Mondrian oder Jackson Pollock. Das Museum verfügt auch über eine Terrasse, die direkt auf den Canale Grande hinaus geht!

Das Museum kann man auch über den VeneziaUnica Pass buchen!

Und wenn man schon beim Peggy Guggenheim Museum ist, kann man auch gleich einen Abstecher zu einer der beiden Werften machen, die noch die typischen venezianischen Gondeln bauen und instandsetzen (im Plan unten unter Squero zu finden). Nicht allzu weit weg hat sich der mysteriöse Künstler Banksy verewigt. Leider ist das Bild an dem verfallenen Haus schon sehr mitgenommen. Aber hey, ein Banksy in freier Wildbahn, den ich selbst gesehen habe! 😉

7. Eine Sonderbesichtigung im Palazzo Ducale

Wir waren zwar schon mehrfach im Dogenpalast, jedoch haben wir uns jedes Mal etwas Anderes gesehen. Dieses Mal haben wir uns für die Sonderbesichtigung „Geheimwege“ entschieden. In etwas über einer Stunde wird man auf vielen Nebenwegen von fast unter dem Dach bis hinunter ins Erdgeschoss geführt und erfährt sehr viel Spannendes über die Arbeit des venezianischen Geheimdienstes und die spektakuläre Flucht des berühmt berüchtigten Frauenheld Giacomo Casanova, der ein gutes Jahr hier inhaftiert war. Im Anschluss an die Sonderbesichtigung, kann man noch den normalen Durchgang durch den Dogenpalast machen. Wer den Palast also ohnehin besichtigen will, ist mit einer der Sonderführungen gut beraten!

Das Museum kann man auch über den VeneziaUnica Pass buchen!

8. La Biennale di Venezia

Die Biennale war auf jeden Fall ein Muss für uns, besonders weil wir dieses Mal ohne Kinder unterwegs waren (also keiner, der „Hunger, Durst, heiß, kalt!“ meckert). 2021 hat die Architektur Biennale stattgefunden, die sich mit der Kunst Biennale jährlich abwechselt. Ich empfehle auf jeden Fall zwei separate Tage dafür einzuplanen, weil es so viel zu sehen gibt und man sonst schnell übersättigt ist. Die beiden Areale (Arsenal sowie Giardini) sind nämlich riesig und es gibt wirklich sehr beeindruckende Dinge zu sehen.

9. Der Bezirk Giudecca

Eine Woche Venedig hat für uns bedeutet: jeden Tag einen anderen Bezirk durchstreifen. Dem abgelegenen Bezirksteil Giudecca widmet kaum jemand seine Aufmerksamkeit. Und so kann man hier dem Trubel rund um San Marco entfliehen und die Venezianer im Alltag beobachten. Am besten steigt man bei der Station Sacca Fisola aus und spaziert einfach bis ans andere Ende der Insel und steigt bei der Station Zitelle wieder ein, um weiter zu fahren. Beim Warten auf das Vaporetto sollte man aber unbedingt noch einen Blick auf das Casa dei Tre Oci werfen und sich vielleicht die eine oder andere Fotografie-Ausstellung darin ansehen.

10. Die Inseln Murano & Burano

Die beiden Inseln Murano und Burano haben wir nur schnell abgehandelt, sofern das geht. Schließlich ist man mit den Vaporetti nach Burano doch etwas länger unterwegs (etwa 1 Stunde). Auf dem Weg nach Murano empfielt es sich, auf der Friedhofsinsel San Michele auszusteigen und die Ruhe dort zu genießen bevor man weiter zum Trubel von Murano aufbricht. Ich muss gestehen, nachdem ich schon mal auf Murano war und kein großer Fan von Glasnippes bin, haben wir uns hier nicht lange aufgehalten. Ein Eis bei Murano Gelateria Artigianale, ein Päuschen am Campo San Bernardo und schon waren wir wieder am Weg zurück nach Venedig.

Burano hat mir dagegen weit besser gefallen, schon allein wegen den vielen bunten Häusern. Wir sind schon eine Station vor Burano ausgestiegen, auf der Isola Mazzorbo, die mit Burano verbunden ist, und sind einfach durch die kleinen Gässchen und eine Brücke hinüber spaziert. Die bunten Häuschen sind wirklich sehr hübsch anzusehen und eignen sich perfekt als Fotoobjekt (besonders das Casa di Bepi Suà, das ich in der untenstehenden Karte markiert habe). Ebenfalls einen Blick wert ist die Kirche Parrocchiale di San Martino Vescovo, die man schon von weitem an ihrem schiefen Glockenturm erkennen kann, der dem schiefen Turm von Pisa fast schon Konkurenz macht!

Absolutes Must-Have von Burano? Für mich nicht das klassische Spitzendeckerl, sondern die Süßigkeitenspezialität Bussolá die Burano! Absolut empfehlen kann ich die Bäckerei Panificio Pasticceria Palmisano Carmelina. Außerdem habe ich sehr viele Geschäfte mit wunderschöner Leinenkleidung gesehen, bei denen ich beinahe schwach geworden bin!

Bonus! – Haben Sie Venedig schon bei Nacht gesehen?

Venedig bei Nacht ist schon sehr bezaubernd. Auch wenn des Nächtens immer noch sehr viele Leute unterwegs sind, muss man Venedig bei Nacht bzw. während der blauen Stunde auf jeden Fall mal erlebt haben! Ein Plastikbecher Aperol Spritz zum Mitnehmen und sich dann ans Meer setzen oder das Treiben der Leute genießen. Oder einfach nur durch die Gassen schlendern. Deswegen kann ich nur euch nur ans Herz legen, nehmt euch ein Hotel direkt in der Stadt und nicht im hässlichen Mestre!

Alle meine persönlichen Tipps in und um Venedig habe ich euch, wie auch schon in den vergangenen Reisebeiträgen, in der untenstehenden Karte zusammengefasst. Weitere Venedig-Beiträge mit anderen Tipps findest du *hier*.

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